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Schafslausfliegen, doch keine Zecken !!!
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Vulkanschaf
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Beitrag: #1
Schafslausfliegen, doch keine Zecken !!!

Hallo,

wir haben gerade bei unseren drei Lämmern insgesamt über 15 Zecken entfernt !!!

Ich will nicht wissen, wie viele Zecken die erwachsenen Tiere unserer Herde noch haben.

Anscheinend ist 2011 ein Zeckenjahr.

Natürlich hatten unsere Schafe bisher jedes Jahr einige Zecken, aber so viele waren es noch nie.

Vor allem ist es anscheinend auch eine andere Zeckenart als die Jahre zuvor.

Die Zecken von heute hatten einen hellen Körper und helle Beine und waren, auch wenn sie sich noch nicht festgebissen und vollgesaugt hatten, schon sehr groß.

Die Zecken der letzten Jahre waren, wenn noch nicht mit Blut vollgesogen sehr, sehr klein, hatten einen dunkelbraunen Körper und schwarze Beine. Solche wie sie sich auch immer unser Hund einfängt.

Meine Frage:

Gibt es ein prophylaktisches Mittel gegen Zecken. Vielleicht so etwas in der Art wie es das für Hunde und Katzen gibt, zum Auftragen auf den Nacken (z.B. Frontline, Advantix) ???

Vielen Dank und viele Grüße

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.04.2011 11:34 von Vulkanschaf.

29.04.2011 20:54
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TomTom
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Beitrag: #2
RE: Prophylaxe gegen Zecken ???

Hallo Vulkanschaf,
bist Du sicher, dass es sich bei diesen hellen Parasiten um Zecken gehandelt hat. Möglicherweise waren es Schaflausfliegen.
Gegen Schaflausfliegen hilft Butox, das wird auf die Haut aufgetragen.
Butox soll auch gegen Zecken helfen. Soweit ich weiß, darf Butox jedoch nicht bei tragenden Schafen angewandt werden. Das Mittel gibts beim Tierarzt.
Viele Grüße,
TomTom.

30.04.2011 01:21
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Dipla
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Beitrag: #3
RE: Prophylaxe gegen Zecken ???

In Deutschland gibt´s mittlerweile mind. 2 Zeckenarten, den Holzbock und die Dermacentor; letztere kommt aus südlichen Gefilden, fühlt sich bei uns jedoch leider auch langsam sehr wohl.
Auch durchlaufen diese Zeckenarten div. Wachstumsstadien von der Nymphe zur ausgewachsenen Zecke und ändern immer wieder ein wenig ihr Aussehen.
Sollte es eine Dermacentor gewesen sein würde ich mir Gedanken machen und die Tiere regelmäßig absuchen. Im Gegensatz zum Holzbock übertragen diese noch wesentlich gefährlichere Krankheiten als unsere heimischen Zecken.Wobei selbst der Holzbock Farbe und Größe ändert je mehr Blut er intus hat.

Dermacentor übertragen sehr oft Babesien, die Sterblichkeit aufgrund dieser Krankheit liegt beim Menschen bei über 50%. Also sollte man gerade bei dieser Zeckenart höllisch aufpassen.
Wenn du mehr dazu wissen willst, Torsten (Naucke) hat ne sehr gute Website dazu, ich hab damals geholfen Zecken in D und auf Kreta zu sammeln, daher bin ich über diese Biester so gut informiert Smile (http://www.parasitus.com)


Lieben Gruß

Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen. (Erich Kästner)
30.04.2011 07:46
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Vulkanschaf
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Beitrag: #4
RE: Prophylaxe gegen Zecken ???

Hallo,

vielen Dank schon mal für die Antworten.

@ TomTom: Ich hatte bisher noch nie etwas von der Schafslausfliege gehört. Habe sie gerade gegoggelt und du hast recht.

Es sind wohl Schafsläuse, denn genau so sahen diese Parasiten aus.

Wie haben wir uns diese Viecher in die Herde geholt oder leben sie ganz physiologisch auf allen Wiesen ? So eine Schafslausfliege habe ich wirklich bisher noch nie gesehen und jetzt scheint es in unserer Herde eine richtige Plage zu sein.

Werden unsere Herde dann wohl morgen mal mit Butox behandeln und eben die drei noch trächtigen Auen aussparen.

Dürfen Lämmer, in unserem Fall sind sie 1-3 Wochen alt und ihre säugenden Mütter eigentlich überhaupt mit Butox behandelt werden ?

30.04.2011 09:20
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Vulkanschaf
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Beitrag: #5
RE: Schafslausfliegen, doch keine Zecken !!!

Habe mir gerade die Hersteller-Information zu Butox im Internet durchgelesen.

Da steht, dass tragende Schafe Butox nur bis zu 4-6 Wochen vor der Ablammung bekommen dürfen.

Von säugenden Auen steht da leider nix. Aber ich vermute dann mal, dass man säugende Auen auch nicht mit Butox behandeln darf, oder ? Genauso wenig wie die Lämmer, oder ?

Außerdem stand da, dass man die Schafe kurz nach dem Scheren, bzw. bei kurzem Wollflies behandeln soll. Unsere Schafe werden aber erst im Juni geschoren und haben somit im Moment viel Wolle.

Im Moment ist es gerade nachts bei uns in den hessischen Hightlands noch viel zu kalt, um die Schafe jetzt schon zu scheren.

Auch wenn die Schafslausfliege nicht als Zecke bezeichnet wird, ernährt sie sich doch ebenfalls durch das Blut ihres Schafwirtes und beißt sich an ihm fest.

Können Schafslausfliegen auch die gleichen oder andere Krankheiten wie Zecken übertragen ? Habe dazu leider nichts im Internet gefunden.

Habe nur gefunden, dass sie z.B. durch Wildtiere oder neue Tiere in der Herde eingeschleppt werden. Da wir keine neuen Tiere in der Herde haben, kommt die Plage wohl eher durch Wildtiere. Würde auch passen, denn unsere Schafe stehen im Moment auf einer Weide, hinter der nur noch freies Feld und Wald kommt.

Was machen wir nun ? Habe Angst das sich die Schafslausfliegen wie bei menschlichen Kopfläusen unaufhaltsam ausbreiten und wir dann den ganzen Stall "ausräuchern" müssen, bzw. jetzt jedes Jahr diese Plage bekommen.

Mich juckt es selbst schon am ganzen Körper bei dem Gedanken Wink...

Ich wäre sehr dankbar für Tipps, Erfahrungen, Behandlungsmöglichkeiten.

Vielen Dank.

30.04.2011 11:48
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TomTom
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Beitrag: #6
RE: Schafslausfliegen, doch keine Zecken !!!

Hallo Vulkanschaf,
ein weiteres Mittel, das in Frage kommt ist Latroxin Delta. Es verfügt über den gleichen Wirkstoff wie Butox, ist aber möglicherweise etwas billiger. Ob Mutterschafe mit säugenden Lämmern mit Butox oder Latroxin Delta behandelt werden dürfen, das würde ich den Tierarzt fragen, notfalls auch direkt beim Hersteller anrufen und fragen...,die sind meistens sehr kooperativ.
Die Mittel kann man auch bei ungeschorenen Schafen direkt auf die Haut auftragen. Dazu scheitelt man die Wolle im Bereich der Wirbelsäule und trägt das Mittel dort mit Hilfe einer Spritze ohne Nadel direkt auf die Haut auf.
Nach der Schur nimmt der Befall mit Schaflausfliegen in der Regel auch ohne Behandlung ab.

Ich glaube, Zecken sind schlimmer. Die können schlimmstenfalls auch Q-Fieber übertragen.

Viele Grüße,
TomTom.

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.04.2011 14:28 von TomTom.

30.04.2011 13:57
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #7
RE: Schafslausfliegen, doch keine Zecken !!!

Mahlzeit

Eine weitere Möglichkeit wäre Sebazil, das sollte den Parasiten auch den gar aus machen.
Ich würde aber auf jeden Fall noch bis zur Schur warten und dann alle Tiere inklusive Lämmer behandeln. da direkte Wirksamkeit der Mittel auf ca. 14 Tage begrenzt ist hilft es Dir gar nichts wenn Du einige Tiere aussparst und sie acht Wochen später behandelts, dann kannst Du Dir die ganze Aktion komplett sparen.

Gruß der HOrnbläser

01.05.2011 10:15
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Vulkanschaf
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Beitrag: #8
RE: Schafslausfliegen, doch keine Zecken !!!

Ich habe den Hersteller von Butox, die Firma Intervet angeschrieben und denen meine durch die Packungsbeilage noch offen gebliebenen Fragen gestellt.

Habe auch sehr schnell eine Antwort bekommen.

Ich habe gefragt, ab welchem Alter die Lämmer mit Butox behandelt werden dürfen.

Hier die Antwort: "Es können die Tiere ab den ersten Lebenstag
behandelt werden."

Desweiteren wollte ich wissen, wie viel von der Flüssigkeit bei einem Ouessantschaf mit 15-20 kg Gewicht aufgetragen werden muss. Denn in der Packungsbeilage sind pro Schaf 10 ml angegeben. Das ist aber auch die selbe Menge wie für eine Kuh, die bis 100 kg wiegt. Deswegen dachte ich, müsste für die Ouessant die Menge sicherlich reduziert werden.

Doch hier die Antwort: "Wir bitten Sie 10ml pro Tier aufzutragen."

Meine letzte Frage war, wann ich trächtige und säugende Tiere behandeln kann, weil in der Packungsbeilage zwar steht, dass man trächtige Tiere 4-6 Wochen vor der Ablammung behandeln soll, aber leider stand dort nichts über säugende Tiere.

Antwort: "Zu ihrer Anfrage wegen Trächtigkeit bzw. Laktation wurden während den Untersuchungen keine negativen Wirkungen bei den Tieren festgestellt. "

Diese letzte Antwort finde ich zum einen sehr schwammig, zum anderen widerspricht sie doch sehr den Angaben in der Packungsbeilage.

Auf jeden Fall bin ich noch immer verunsichert, ob, wie und wann ich Butox anwenden soll. Das Zeug klingt doch sehr giftig, wenn man sich die Vorsichtmaßnahmen durchliest, die da lauten: Handschuhe tragen, während der Behandlung nicht essen und trinken. Die Schafe müssen nach der Behandlung von fließenden Gewässern ferngehalten werden, damit die toxischen Substanzen des Mittels nicht ins Gewässer gelangen.

Ich weiß nicht, ob ich so was giftiges meinen Schafen auf die Haut auftragen möchte...

Zum Glück hat sich unser Schafslausfliegenproblem entspannt. Seit Tagen habe ich keinen einzigen Parasiten mehr entdeckt. Vielleicht liegt das aber nur daran, dass es bei uns merklich abgekühlt ist, um nicht zu sagen saukalt ist. Hoffe die Viecher kommen nicht wieder, wenn es wieder warm und sonnig wird...

Viele Grüße aus dem kalten Vogelsberg.

Für eure Erfahrungen mit Butox und Meinungen zu Butox wäre ich sehr dankbar !

03.05.2011 16:59
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #9
RE: Schafslausfliegen, doch keine Zecken !!!

Vulkanschaf schrieb:
...wie für eine Kuh, die bis 100 kg wiegt...


Eine Kuh mit 100kg Lebendgewicht wie süß, meine ausgewachsen Weißkopfböcke wiegen 130 -145kg. Ich habe schon Bullen von mehr als 1400 kg gesehen, das nur mal nebenbei - aber ja allen wird die gleiche Menge Butox verabreicht, weil die Wirksamkeit mit 10 ml getestet wurde... Eine Alternative wäre Sebazil, oder das Biozit Uru Uru, ich habe leider mit beiden Medikamenten keine Erfahrung, habe aber davon gehört das beide gut wirksam sind.

Gruß der Hornbläser

03.05.2011 17:26
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Vogtländer
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Beitrag: #10
RE: Schafslausfliegen, doch keine Zecken !!!

Hallo Vulkanschaf
bei behandlungen sollte man stets vorsichtig sein(handschuhe)und nicht essen und nicht trinken gehört zu den grundregeln.
die schafläuse wirst du beim scheren wiederfinden,danach gezielt ablesen und wichtig-das einstreu entfernen"misten",stall desinfektion,biologisch mit Kalkanstrich -auch den boden-.
gruss vogtländer
PS bullen bis 1400kg, kühe je nach rasse 400-900kg(ausser dexter und dahoney,die bleiben drunter

03.05.2011 18:06
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