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Lamm tot
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Anton Hornbläser
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Beitrag: #11
RE: Lamm tot

Mahlzeit,

meine Erfahrung, ist daß viele Tierärzte den Kaiserschnitt scheuen, sei es aus finanziellen Gründen, oder wegen der hohen Infektionsgefahr. Es fehlt halt an Erfahrung, bei Schafen macht man das nicht... - nicht jeder hat eine Tierärztliche Hochschule vor der Haustür....
Man sollte das Problem generell mit seinem Hoftierarzt besprechen, wenn der schon vor der Lammzeit weiß, das ein Kaiserschnitt in manchen Fällen gewünscht ist und auch bezahlt wird, macht er das vermutlich auch, oder man sucht sich halt einen anderen.

Deine Vorgehensweise ist goldrichtig.

Gruß der hOrnbläser

24.04.2016 12:46
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AK2o1o
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Beitrag: #12
RE: Lamm tot

Ja, wir hatten auch vorher zwei Tierärzte in der Nähe angerufen, die taten sich schwer , einer wollte nicht kommen, der andere hat zugegeben es nicht zu können und nachdem wir auch schon selbst versucht hatten es zu holen war klar es ist zu eng. ( Wir haben Erfahrung)
Die Fahrt von über eine Stunde nach Giessen lohnte sich daher, alternativ wäre nur schlachten geblieben.

Nein, die Uni hat nicht jeder so nah- und wir haben echt Glück, dass wir grad diese Tierärztliche Hochschule so nah haben.
Mir war wichtig die Erfahrung mal hier zu schreiben. Für uns ist es schade, wenn ein Schaf eingeht, aber es sind halt letzendlich trotzdem Schafe für uns, die wie Nutztiere behandelt werden. ich glaube aber, dass mancher hier dankbar ist, wenn man ein Schaf was ehr Familienmitglied ist auf diesem Wege retten kann.
Grüße

24.04.2016 23:09
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Zappo
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Beitrag: #13
RE: Lamm tot

Einer unserer Jährlingsauen blieb auch das Lamm im Geburtskanal stecken, da die Beinchen über dem Kopf gelegen haben. Wir haben die Tierärztin im Wohnort gerufen, die zuerst erfolglos versuchte, das Lämmchen zurückzuschieben. Sie erklärte, dass es nur 2 Möglichkeiten gäbe: Einschläfern/schlachten oder Kaiserschnitt. Wir entschieden uns natürlich für letzteres. Die TA nahm die leidende Aue gleich mit in ihre Praxis, wo sie sonst nur Kleintiere behandelt, und machte dort den Kaiserschnitt. Wenige Stunden später konnten wir dann die Mama und ihr gesundes Auenlämmchen abholen. Sie blieben dann 1 Woche im Stall und alles verheilte wunderbar. Die Tierärztin erklärte uns, dass die Aue in der nächsten Saison wieder gedeckt werden könne, da ja auch nur 1 Lamm zu erwarten sei und deshalb die Narbe der Gebärmutter nicht zu stark überdehnt werden könne. Unsere Ouessant-Dame schenkt uns seither jedes Jahr ein gesundes Lämmchen nach total problemlosen Geburten.

Grüsse, Zappo

25.04.2016 19:00
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dummsel
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Beitrag: #14
RE: Lamm tot

Ich denke, in unserem Fall hat der TA das richtig gemacht. Bin zwar kein TA aber hier meine Einschätzung dazu

- zur Tierärztlichen Hochschule hätte zu lange gedauert, das hätte die Situation der Aue merklich verschlechtert

- das Rausschneiden des Lammes darf man sich nicht so vorstellen, dass der TA in der Aue mit dem Skalpell rumschnippelt. In unserem Fall hat er das herausreichende Bein soweit vorgezogen, dass er es fachmännisch ausserhalb der Aue abtrennen konnte, erst am Kniegelenk, dann die Schulter. Dadurch war das Lamm in der Aue etwas schmaler und beweglicher und er konnte es durch "Rumfingern" und Drehen letztendlich herausholen (dauerte nur wenige Minuten). Meiner Einschätzung nach bestand dabei keine grosse Gefahr für die Aue, dass sie auch angeschnitten o.ä. wird., d.h. dass es erstmal eine schonende "Operation" zu sein scheint.

Die Gefahr ist vielmehr, dass sie sich durch das querliegende Bein innerlich verletzt hat, unabhängig von dem Eingriff.

Die Aue läuft jetzt schon wieder einigermassen stabil auf der Wiese herum, dass ich schon wieder recht zuversichtlich bin.

Ich denke in unserem Fall war das so der richtige Weg. Ein Kaiserschnitt birgt auch etliche Risiken, eine hohe Infektionsgefahr und wäre aufgrund der Entfernung und damit verbudenen Zeit ohnehin nicht in Frage gekommen. Die Situation wäre sicher völlig anders gewesen, wenn das Lamm noch gelebt hätte.

Letztendlich muss ein TA leider auch immer wirtschaftlich Denken, auch wenn das bei uns Hobbyhaltern eher unwichtig ist. Ich hatte mal gelesen, dass bei reinen Nutztierschafhaltern die Auen in solch einem Fall einfach aufgeschnitten und dann geschlachtet werden, alles andere wäre nicht wirtschaftlich.

Der wirtschaftliche Aspekt wurde aber in unserem Fall nicht betrachtet, vermutlich, weil wir ja Hobbyhalter sind und eine andere Beziehung zu unseren Tieren haben.

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.04.2016 21:31 von dummsel.

25.04.2016 22:12
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