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Kastration
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Ivyuna
Schaf
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Beitrag: #21
RE: Kastration

Wir haben unsere Heidschnuckenböcke unblutig kastrieren lassen. Mit ca 4 Monaten. Wir haben sie in der Pferdebox hingelegt. Örtliche Betäubung rein und dann 10 Minuten gequetscht. Die örtliche Betäubung sass super und sie haben es nicht gemerkt. Sie kamen sofort wieder zu den anderen auf die Wiese. Hat 27 Euro gekostet. Man muss nur nach 3 Wochen schauen ob die Hoden wirklich schrumpfen! Super einfache Sache und stressfrei fürs Tier, bis auf die 10 Minuten.

09.06.2012 20:20
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Nellie Nelson
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Beitrag: #22
RE: Kastration

Ein herzliches Hallo an alle hier im Forum,

auch ich habe vor wenigen Tagen mein Ouessant-Böckchen zusammen mit einem sehr kleinen Heidschnuckenbock kastrieren lassen. Blutig, weil der TA meines Vertrauens nur blutig kastriert und weil er bereits im letzten Jahr zwei meiner Heidschnucken-Flaschenlämmer kastriert hatte, die ihre Kastration mit Vollnarkose unproblematisch überstanden haben.

Tja, das Heidschnuckenböckchen hüpft wieder munter auf der Weide...
Nur das Ouessant-Böckchen hat in der Narkose aufgehört zu atmen, während ich dem TA beim Heidschnuckenbock assistierte...

Seither zermartere ich mir den Kopf, was möglicherweise falsch gelaufen sein könnte, damit dies nicht noch einmal passiert:
1. Der TA hatte das Gewicht beider Böcke nur geschätzt und dem Ouessant das Narkosemittel für 10 kg Körpergewicht gegeben (wahrscheinlich wog er nur um die 9 kg, also sicherheitshalber immer vorher nochmal selber wiegen).
2. Während die Heidschnucke kastriert wurde, lag das Ouessant im Behandlungszimmer hinter uns auf dem Boden mit seinem Kopf flach ausgestreckt. Ich habe mich mehrmals nach ihm umgedreht, musste mich allerdings mehr auf die OP der Heidschnucke konzentrieren (also besser nur noch ein Tier kastrieren/narkotisieren lassen, damit man es richtig beobachten kann).
3. Im letzten Jahr belehrte mich der TA, dass der Kopf tiefer liegen soll als der restliche Körper solange die Schafe in der Narkose sind, damit Hochgewürgtes/Erbrochenes ablaufen kann und sie nicht daran ersticken. Irgendwo im Forum habe ich jetzt aber gelesen, dass der Kopf unbedingt hoch gelagert werden soll, damit dies nicht passiert?!
4. Könnte es sein, dass Ouessants nicht jedes Narkosemittel vertragen (bei den Windhunden ist das z.B. so, weil sie einen geringeren Körperfettanteil haben als die meisten anderen Hunde)? Hat das schon mal jemand untersucht/festgestellt?
5. Zur Kastration sollten die Schafe nüchtern erscheinen. Von einer Bekannten, die viele Jahre als TA-Helferin gearbeitet hat (allerdings ohne Erfahrung mit Schafen) habe ich erfahren, dass sehr kleine Hunderassen auch sehr schnell Probleme mit Narkosen bekommen. Durch ihren schnelleren Stoffwechsel unterzuckern sie auch schneller als größere Hunde, wenn sie nüchtern zur OP kommen. Da die Ouessants ebenso besonders klein sind gegenüber anderen Schafrassen, wäre das nicht auch eine mögliche Erklärung, warum die Ouessant Narkosen schlecht vertragen?

Diese Ouessantböckchen hatte eine zu enge Hornstellung und deshalb wollte ich ihn nicht als Deckbock einsetzen. Der Kleine war aber besonders anhänglich und verschmust, deshalb die Kastration, die nun leider daneben ging... Und unblutige Kastrationen sind ja auch nicht ohne Risiko! Deshalb hier nochmal die Frage an alle, ob schon das um 1 kg unterschätzte Körpergewicht bei der Narkosemitteldosis ausgereicht hat für den Atem- bzw. Herzstillstand? Gibt es gute oder schlechte Erfahrungen mit bestimmten Narkosemitteln? Vielleicht haben einige von euch die Möglichkeit, ihren Tierarzt zu fragen, welches Narkosemittel die Ouessants bisher immer gut vertragen haben und teilen das hier mit?
Würde mich über Antworten sehr freuen.

Viele Grüße!
Angela

23.12.2012 17:34
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TomTom
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Beitrag: #23
RE: Kastration

Nellie Nelson schrieb:
Ein herzliches Hallo an alle hier im Forum,

auch ich habe vor wenigen Tagen mein Ouessant-Böckchen zusammen mit einem sehr kleinen Heidschnuckenbock kastrieren lassen ...

... Würde mich über Antworten sehr freuen.

Viele Grüße!
Angela


Hallo Angela,
ich habe schon mehrfach Ouessants unter Vollnarkose behandeln lassen, von verschiedenen Tierärzten. In den meisten Fällen ist das Tier vorher genau gewogen worden. Die Tierärtzinnen waren vorsichtig ... ich kann mich erinnern, dass in einem Fall die Narkose etwas nachjustiert wurde. In einem anderen Fall hat ein Tierarzt das Gewicht nur geschätzt.
Es hat nie Probleme gegeben.

Welches Mittel verwendet wurde, könnte ich im nächsten Jahr in Erfahrung bringen. Meine Stammpraxis macht desöfteren Vollnarkosen bei Schafen, denn hier gibt es Deichschäfereien, die wichtige Zuchttiere auch dort behandeln lassen.

Viele Grüße,
TomTom.

23.12.2012 20:26
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Nellie Nelson
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Beitrag: #24
RE: Kastration

Danke dir, TomTom, für die schnelle Antwort.
Ja, das Narkosemittel würde mich sehr interessieren.

Schöne Feiertage!
Angela

24.12.2012 08:17
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zaches
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Beitrag: #25
RE: Kastration

Hallo Angela, ein Tier zu verlieren ist immer davon begleitet, daß man sich fragt: was ist verkehrt gelaufen? Und manchmal findet man den Grund leider nie.
Es tut mir leid für Dich und den Bock Sad

Eine andere Frage habe ich noch: wie lange nach der unblutigen Kastration mit der Zange ist der Bock denn noch Bock? Also wo genau wird angesetzt? Bei der menschlichen Sterilisation durch Durchtrennung der Samenleiter gibt es ja noch eine "zeitliche Gefahrenzone" von fast einem Jahr - erst dann ist wirklich sicher, daß der Mann nciht mehr zeugungsfähig ist.....

lg, zaches

24.12.2012 13:10
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Sonika
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Beitrag: #26
RE: Kastration

Hallo,

Ich hab gestern zwei 10 Monate alte Böcke von mir blutig, natürlich mit Vollnarkose kastrieren lassen. Verlief absolut super um 8:30 hab ich die beim Vet abgegeben und um 11:30 wieder abgeholt. Da sind sie schon wieder gelaufen. Haben sich dann im stall noch bis zum Morgen ausgeruht und laufen jetzt noch nicht mal breitbeinig. Der eine hat sogar schon wieder angefangen seinen Bruder zu ärgern. Würde es immer wieder so machen und jetzt kann ich auch sicher gehen das wirklich keine Hormone mehr nachkommen.
Lg

24.01.2013 11:11
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socke
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Beitrag: #27
RE: Kastration

Hallo,

wir haben im vergangenen Jahr auch zwei unserer Bocklämmer kastrieren lassen. Unsere Tierärzte (Vater & Sohn) behandeln glücklicherweise alles vom Meerschwein bis zum Kaltblut. Big Grin
Weil sie uns zur unblutigen Kastration geraten haben, haben wir uns dann auch dafür entschieden. An Tag X lief dann alles völlig problemlos: Beide haben von all dem ganzen nichts mitbekommen und fanden wahrscheinlich das Einfangen am schlimmsten... Das Knacken von der Zange hört sich zwar etwas abschreckend an, aber es ist doch deutlich harmloser als bei einer blutigen Kastration zuzusehen.
Mal sehen, was es mit den Lämmchen jetzt im Frühjahr so gibt. Falls kleine Böckchen dabei wären, die wir kastrieren lassen wollten, würden wir das auf jeden Fall nochmal so machen.

Viele Grüße
socke

15.02.2013 21:15
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Nellie Nelson
Lamm
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Beitrag: #28
RE: Kastration

Hallo,

inzwischen habe ich mit dem Tierarzt gesprochen, dessen Narkose mein Böckchen nicht überlebt hat.
Das verwendete Narkosemittel war Xylazin 2 %. Dieses könne sowohl i.m. (in den Muskel) als auch i.v. (in die Vene) gespritzt werden. Bei i.v.-Gabe wäre die notwendige Dosis nicht so hoch und die Narkose somit verträglicher und wieder schneller aus dem Körper. Allerdings hatte der Tierarzt meine Böcke in den Muskel gespritzt. Das mache er bei allen Schafen so und es soll bis dahin nie Probleme gegeben haben. Jedenfalls hatte das überlebende Heidschnucken-Ex-Böckchen danach fast 20 Stunden benötigt, um halbwegs wieder fit zu sein (das ist schon ein großer Unterschied zu dem, was Sonika geschrieben hat).
Für mich könnte das für die Zukunft bedeuten: Wenn schon Narkose bei solchem Zwerg, dann nur noch mittels i.v.-Injektion.
Oder hat jemand andere Erfahrungen?
Gibt es ein geeigneteres Narkosemittel als das Xylazin 2 %?

Ach ja, Zaches, auch wenn es schon länger her ist: danke für dein Mitgefühl.

Viele Grüße!
Angela

23.02.2013 23:21
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Colliehund
Jungschaf
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Beitrag: #29
RE: Kastration

Hallo !
Also, Wiederkäuer in Narkose zu legen ist allgemein sehr riskant. Ich habe schon von einigen Schafhaltern von Todesfällen gehört. Ich würde nie eine blutige Kastration empfehlen, sondern das Abklemmen mit örtlicher Betäubung. Xylaxin ist bei Schafen üblich und dient auch als Schmerzmittel.
Gruß
Collie

24.02.2013 11:31
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socke
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Beitrag: #30
RE: Kastration

Hallo,

dein Tierarzt hat völlig richtig gehandelt, denn bei allen kleinen Wiederkäueren sollte (bei Xylazin) die intramuskuläre Injektion der intravenösen vorgezogen werden! Bei der Injektion in die Vene ist die Gefahr von Problemen mit der Atmung deutlich höher.
Es gibt allerdings bei Schafen und besonders bei Ziegen eine (teils deutlich) höhere Empfindlichkeit ggü. dem Wirkstoff Xylazin. Hinzu kommt auch noch, dass kleine Tiere empfindlicher reagieren. Die Minis zählen also mit zu den Empfindlicheren. Gleichzeitig ist es durch das geringere Gewicht noch schwieriger die Dosis richtig anzupassen. Denn zwei Kilo Gewichtsunterschied machen bei ihnen natürlich viel mehr aus, als z.B. bei einem Merinobock mit 120kg...

Gruß Socke

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.02.2013 00:39 von socke.

24.02.2013 17:59
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