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Hornhautentzündung
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Stefanie
Schaf
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Hornhautentzündung

Hallo!

Da wir seit jetzt vier Wochen mit Hornhautentzündung bei unseren Ouessants zu kämpfen haben und immer noch kein Ende in Sicht ist, möchte ich hier einmal eine Art "Krankheitstagebuch" einrichten, damit es alle die nach mir die selben Probleme bekommen hoffentlich schlauer sind und schneller Erfolge erzielen ;-)
Ich habe mir das so gedacht, dass ich alle bisherigen Behandlungen, Erfolge und Rückschläge hier vermerke und auch weiterhin bei Veränderungen des Zustandes der Minimähs hier poste, bis alle wieder gesund sind. :-)
Falls jemand schon Erfahrungen mit Hornhautentzündung hatte, würde ich mich auch über Hilfe und Tipps freuen! :-)
(Ich habe auch schon die alten Diskussionen zu diesem Thema hier im Forum durchgearbeitet und einiges schon in die Tat umgesetzt.)

Meine Situation ist folgende: ich habe insgesamt 25 Ouessants und einen Bergschaf-Ouessant Mix, davon 12 Auen, 8 Böcke und 6 Lämmchen (5 davon Böcke)
Vor ca. 4 Wochen, als ich auf die Weide ging um nach den Minis zu schauen, entdeckte ich bei einem Bock, dass die Augen ganz milchig waren. Er stand ganz teilnamslos von den anderen entfernt, fraß nicht und hatte den Kopf gesenkt. Sofort wurde der Tierarzt gerufen und er stellte die Diagnose Hornhautentzündung. Auch noch zwei weitere Tiere waren davon betroffen. Schließlich wurde ausgemacht, dass ich die erkrankten Tiere eine Woche lang behandeln muss, jeden Tag zwei mal (Morgends und Abends) jeweils 2 Tropfen antibiotische Augentropfen: Tobral 0,3% collirio, soluzione tobramicina 5ml und jeden zweiten Tag 2ml Longocillina L.A., ein Antibiotikum für Kühe und Schweine, das unter die haut gesprizt werden musste.
Eine Woche lang haben wir fleißig die beiden Medikamente geben und es hat auch geholfen, die Augen schienen frei. Dann über das Wochenende weggefahren und als ich zurückkam der Schock, nicht nur ist die Krankheit bei den drei behandelten Tieren zurückgekommen, auch ein Großteil der anderen Tiere zeigte die Symptome: tränende Augen, eiternde Augen und ein grauer bis weißer Schleier über den Augen. Im Anfangsstadium tränen die Augen meist nur, dann bildet sich Eiter und zuletzt der Schleier. Dabei druchlaufen alle Schafe diese Stadien mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, bei manchen tritt schon nach zwei Tagen der Schleier auf, manche bleiben bei tränenden oder eitrigen Augen stehen. Begleiterscheinungen die ich beobachten konnte sind zukneifen des Auges, blinzeln, Meidung von Sonnenlicht, Absonderung von der Herde, Orientierungsverlust.
Auf jeden Fall habe ich sofort wieder den Tierarzt angerufen, dieser meinte nur er hatte sich schon gedacht, dass sich das ausbreitet und riet uns mehr Antibiotikum zu kaufen und bei ALLEN, auch den gesunden Tieren die Behandlung zugleich durchzuführen. Also in die nächste Tierklinik gefahren und nach mehr Antibiotikum gefragt. Da war schon das Erste Problem, da ich eigentlich gar keine Spritzen geben dürfte, also mit dem Tierarzt telefoniert, dieser meinte nur er habe keine Zeit sich jeden Tag um 25 Schafe zu kümmern und nach kurzem Gespräch mit der Praxis haben wir das Antibiotikum dann doch bekommen.
Also Zuhause ankekommen zuerst einmal alle Schafe in den Stall gesperrt, da mir jeden Tag zwei mal 25 Schafen hinterherhetzen dann doch zu viel Arbeit ist und mit der Kur angefangen. Zuerst einmal alle Gesichtchen von verkrustetem Eiter befreit und dann eine Woche lang jedem Mini täglich seine Medikamente gegeben.
Nach dieser Woche war auch gleich alles besser, alle Augen waren sauber und glänzten und die Schäfchen freuten sich wieder auf die saftige Wiese zu kommen. Wir haben die große Gruppe dann durch drei geteilt und auf verschiedene Weiden gestellt, damit eine erneute Ansteckungsgefahr verringert wird.
Eine Woche lang schien auch alles gut zu sein, und dann fing der ganze Zirkus schon wieder bei zwei Auen auf einer Weide an :-( Diese wurden sofort isoliert. Einen Tag später bemerkte ich auf der zweiten Weide wieder tränende Augen und dann noch einige Tage später auch auf der dritten Weide.
Natürlich wieder den Tierarzt angerufen und der meinte ich sollte halt noch einmal bei allen Tieren für eine Woche die gleichen Medikamente geben???!!! ich habe ihm dann gesagt, dass ich das nicht einsehe, immer wieder Antibiotika zu geben, das doch nichts hilft und ich mir nicht vorstellen kann, dass es gut für die gesunden Tiere ist Antibiotika zu nehmen. Darauf meinte er nur dann soll ich halt ohne Antibiotika, dafür aber mit einer antibiotischen Augensalbe versuchen, ansonsten könne er mir auch nicht helfen.
Also bin ich in die Apotheke gefahren um die Salbe zu holen, da mittlerweile wieder die halbe Herde betroffen war und habe mich dann doch entschieden noch einmal im Internet nach Ratschlägen zu suchen. Da habe ich dann auch einen interessanten Tip gefunden, nämlich gar nichts zu tun, denn nach 7-10 Tagen soll ganz alleine eine Besserung auftreten, nur bei stark betroffenen Tieren kann die Krankheit zu bleibenden Augenschäden führen. Außerdem sollen die Tiere immun gegen diese Krankheit werden, nachdem sie einmal eine Hornhautentzündung hatten?
Auf jeden Fall sieht meine Behandlung nun so aus: nach Bedarf die Gesichtchen abwischen (je nach Stärke des Ausflusses), und bei schweren Fällen (weißer Schleier, vorübergehende Blindheit, sehr starker eitriger Ausfluss) gebe ich zwei mal am Tag ein kleines Würstchen der Augensalbe Exocin, Ofloxacina 0,3%
direkt ins Auge, mindestens eine Woche lang.
Heute habe ich mit dieser Behandlung angefangen und derzeit haben ca. die hälfte der Herde leichten wässrigen oder eitrigen Ausfluss und bei vier Schafen muss ich salben.

Beobachtungen die ich gemacht habe:
-als die Krankheit ausbrach, verlief sie viel schlimmer, viele der Schäfchen bekamen weiße Schleier oder extremen Ausfluss, jetzt beim zweiten Ausbruch verläuft die Krankheit milder.
-Lämmer sind gar nicht oder viel weniger betroffen.
-ältere Schafe (über vier Jahre) haben einen schwereren Krankheitsverlauf.
-der Schleier verschwindet vollständig bei einwöchiger Behandlung

Hoffentlich anderen Betroffenen mein Krankenbericht weiter :-) Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie es den Schäfchen geht und ob die Entzündung bei allen wieder vollständig verschwindet bzw. keine bleibenden Schäden hinterlässt.

Liebe Grüße,
Stefanie und kränkelnde Minimähs

27.08.2016 15:42
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Hornhautentzündung - Stefanie - 27.08.2016 15:42
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