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Rhododendron gefressen! - Druckversion

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Rhododendron gefressen! - margalie - 24.01.2011 01:23

hallo,
meine Bekannte von der ich dieses Jahr 2 Lämmer bekommen sollte hat an diesem WE 3 ihrer Quessants verloren. Sie sind an Rhodendron gekommen - durch ein Versehen eines eigentlich netten Nachbarn. Die vierte Aue hat wohl weniger gefressen und lebt noch und frisst auch Heu. Steht aber noch nicht auf. Der Leihbock war schlau oder hatte Glück. Er hat nichts gefressen...
Hat jemand Erfahrung ob ein Schaf das Überleben kann? Das Rhododendron fressen müsste morgen früh 48 h her sein. Tierarzt sagt das sie eine Chance hat. TA hat Pansen mit Aktivkohle gespült, Cortison gespritzt und irgendwelche Vitamine gespritzt.
Meine Kinder und ich sind echt ziemlich traurig und hoffen das Klara das schafft!
Anja


RE: Rhododendron gefressen! - futzek - 24.01.2011 08:55

Quelle: http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm

Rhododendron sp. - Veterinärtoxikologie
CliniTox
Giftpflanzen

Letale Dosis / Toxische Dosis
LD50 Ratte (p.o.): 2-5 mg/kg Körpergewicht Grayanotoxin.
LD50 Meerschweinchen (i.v.): 3.1 mg/kg Körpergewicht Andromedotoxin.
LD50 Maus (i.p.): 0.87-1.3 mg/kg Körpergewicht Grayanotoxin I, III und IV.
TD Rind, Schaf (p.o.): 0.2-0.6% des Körpergewichts Grayanotoxin-haltige Pflanzen.
TD Ziegen (p.o.): 0.1% des Körpergewichts frische Blätter.
TD Hund (p.o.): 7 mg/kg Körpergewicht Grayanotoxin I.

Klinische Symptome
Anorexie, Depression, Salivation, Vomitus (Gefahr Aspirationspneumonie!), Kolik, Diarrhoe oder Obstipation, Zittern, Krämpfe, schwacher Puls, langsames und angestrengtes Atmen, Milchversiegen. In schweren Fällen Tod durch Atemlähmung innert weniger Stunden nach Aufnahme der Pflanze. Vergiftungsfälle bei Ziegen (am empfindlichsten), Schafen, Rindern, Lamas, Katzen, Hunden, Eseln und Kängurus.
Dem Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum in Zürich wurde 1997 der folgende Fall von Ziegen gemeldet: 11 Ziegen zeigten ca. 6 Stunden nach Aufnahme von Blättern Vomitus (ganze Blätter) und Diarrhoe, Krämpfe, Schäumen, Würgen, teilweise Exsikkose, Temperatur 39-39.5°C, rasender Puls, z.T. Herzarrhythmien, leichte Tympanie, Zähneknirschen, ständige Kaubewegungen oder Herumlaufen, Ataxien, zum Teil Festliegen, eine Ziege hatte ZNS-Störungen. Von den 11 Ziegen starben zwei direkt an der Vergiftung und eine weitere an Aspirationspneumonie. Die anderen erholten sich innerhalb 5 Tagen.

Therapie
Dekontamination / Symptomatische Therapie (siehe Notfalltherapie).
Atropin, Analgetika, Antibiotika bei Aspirationspneumonie.

PS - ich drücke auch die Daumen!!!


RE: Rhododendron gefressen! - Zauberblatt - 24.01.2011 13:45

Hallo Anja,
ich hatte vor einem Jahr so ein ähnliches Problem. Bei mir hat eine trächtige Aue Kirschlorbeerblätter gefressen (der Beitrag steht auch hier im Forum unter "Pflanzenvergiftung"). Der Tierarzt hat ihr verschiedene Sachen gespritzt und nach ein paar Tagen ging es ihr wieder besser. Und sie war zu dem Zeitpunkt trächtig und hat im Frühjahr dann einen gesunden Bock zur Welt gebracht. Ich hoffe, dass es bei Dir auch gut ausgeht. Drück Dir die Daumen. Was Du ihr vielleicht noch anbieten könntest wäre Kamillentee. Der TA hat es mir damals empfohlen.
Sandra


RE: Rhododendron gefressen! - margalie - 25.01.2011 02:07

Hallo,
Klara scheint übern Berg zu sein. Ob sie noch trächtig ist wissen wir noch nicht - aber Martinas Böckchen darf ja noch ein bischen bleiben...
Anja