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Jakobkreuzkraut - Kaulquappe Volli - 21.06.2015 10:06

Moin, Moin

auf einer unserer Wechselweiden habe ich das berüchtigte Jakobkreuzkraut (JKK) entdeckt! Allerdings erst nachdem ich die Tiere (3 Böcke) dort platziert habe und ich bin mir sicher die Drei haben zum Teil davon gefressen! Ich habe die noch vorhandenen Pflanzen abgestochen und entfernt (ich werde es verbrennen), und das JKK befallene Gebiet ein gezäunt! Den Tieren geht es gut und sie zeigen keinerlei Auffälligkeiten (noch????)!
Was kann ich noch tun? Hat jemand vielleicht auch Erfahrung mit dem Problem? Über Antworten und den einen oder anderen Rat würde ich mich sehr freuen!


RE: Jakobkreuzkraut - Marc1977 - 21.06.2015 10:33

https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/gruenland/jakobskreuzkraut.htm


Tabelle 2: Giftigkeit von Jakobskreuzkraut

Tödliche Dosis: (Frischpflanze)
Pferd:40 bis 80 g FG / kg Körpergewicht Entspricht: 14 bis 20 kg FG bei einem 350-kg-Islandpferd bzw. 2 bis 4 kg getrocknet im Heu
Rind: 140 g FG / kg Körpergewicht Bei 1% im Heu in drei Monaten erreicht, bei 10% in 20 Tagen
Schaf: über 2 kg FG / kg Körpergewicht
Ziege: 1,25 - 4 kg FG / kg Körpergewicht
FG = Frischgewicht der Pflanze


RE: Jakobkreuzkraut - Kaulquappe Volli - 21.06.2015 15:07

Marc1977 schrieb:
https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/gruenland/jakobskreuzkraut.htm


Tabelle 2: Giftigkeit von Jakobskreuzkraut

Tödliche Dosis: (Frischpflanze)
Pferd:40 bis 80 g FG / kg Körpergewicht Entspricht: 14 bis 20 kg FG bei einem 350-kg-Islandpferd bzw. 2 bis 4 kg getrocknet im Heu
Rind: 140 g FG / kg Körpergewicht Bei 1% im Heu in drei Monaten erreicht, bei 10% in 20 Tagen
Schaf: über 2 kg FG / kg Körpergewicht
Ziege: 1,25 - 4 kg FG / kg Körpergewicht
FG = Frischgewicht der Pflanze


Hallo Marc1977,

danke für die Info und den Link! Danach scheinen Schafe schon robuster zu sein. Meine Schafe haben mit Sicherheit nur Kleinmengen (höchstens ca. 500 g pro Schaf insgesamt) vom JKK zu sich genommen, aber in wie weit trotzdem eine Schädigung der Leber vorliegt kann ich nicht beurteilen. Insgesamt sehe ich die Situation nun doch wesentlich gelassener und ich werde die Schafe weiterhin beobachten. Wie äußern sich denn Leberschäden? Hat vielleicht hierzu jemand eine Antwort?


RE: Jakobkreuzkraut - Ännii - 21.06.2015 15:19

Hallo,

das gefährliche an JKK ist, dass sich das Gift nicht wieder abbaut, sondern über Jahre ansammelt.

In dem verlinkten Artikel der LWK NRW wird auf eine Broschüre verwiesen, wo auch die Symptome beschrieben sind. Leider weiß ich nicht, wie man auf eine PDF-Datei verlinkt.

Viele Grüße


Ännii


RE: Jakobkreuzkraut - Kaulquappe Volli - 22.06.2015 06:59

Ännii schrieb:
Hallo,

das gefährliche an JKK ist, dass sich das Gift nicht wieder abbaut, sondern über Jahre ansammelt.

In dem verlinkten Artikel der LWK NRW wird auf eine Broschüre verwiesen, wo auch die Symptome beschrieben sind. Leider weiß ich nicht, wie man auf eine PDF-Datei verlinkt.

Viele Grüße


Ännii


Hallo Ännii,

danke für den Hinweis. Die PDF-Datei habe ich bereits gelesen, läßt sich nur öffnen wenn der Artikel im Internet geöffnet ist!


RE: Jakobkreuzkraut - Samira - 24.06.2015 15:54

Normalerweise sollte die Schafe das JKK nicht frisch mögen, im Heu verliert sich aber der Geruch und das macht es gefährlich.
Leider ist D fast verseucht von JKK, vermehrt sich stetig. Ich gehe die Wiesen ab und reiße es raus, am Besten mit allen Wurzeln, da es sonst wieder austreibt. JKK unschädlich vernichten, Restmüll oder verbrennen.
Leider ist es vielen Menschen (auch Gemeinden bzgl. Strassenränder) egal ob JKK wächst, da machen hauptsächlich wir Tierhalter uns Sorgen. Trotzdem versuche ich Nachbarn und Bekannte darauf aufmerksam zu machen und die meisten kennen bis dahin JKK noch gar nicht.
Also weiterhin, Bon Courage!


RE: Jakobkreuzkraut - zaches - 07.07.2015 12:32

Von einem älteren Schäfer darauf aufmerksam gemacht, startete ich hier inen Versuch, JKK durch gezielte Düngung zu vertreiben. Bisher funktioniert es. Pferdeäpfel (haben wir reichlich) auf die Stellen, wo es wächst - schwupp weg.

Die Beobachtung zeigt auch, daß es hier im Umkreis besonders auf wenig gedüngten Pferdeweiden wächst, sowie an Wegrändern und und Brachstücken.

Evtl könnt Ihr es ja mal ausprobieren.

lg, zaches


RE: Jakobkreuzkraut - Kaulquappe Volli - 07.07.2015 19:25

zaches schrieb:
Von einem älteren Schäfer darauf aufmerksam gemacht, startete ich hier inen Versuch, JKK durch gezielte Düngung zu vertreiben. Bisher funktioniert es. Pferdeäpfel (haben wir reichlich) auf die Stellen, wo es wächst - schwupp weg.

Die Beobachtung zeigt auch, daß es hier im Umkreis besonders auf wenig gedüngten Pferdeweiden wächst, sowie an Wegrändern und und Brachstücken.

Evtl könnt Ihr es ja mal ausprobieren.

lg, zaches


Hallo Zaches,

ähnliches versuche ich gerade mit Auffrischung der Weide mit Grasssaat für Futterweiden! Ich werde weiter darüber berichten, wenn die ersten Erkenntnisse da sind!


RE: Jakobkreuzkraut - Barbara H. - 21.05.2019 23:24

Ich hole dieses alte Thema nochmal hoch, weil ich aktuell auch ein Problem mit Jakobskreuzkraut auf einer Weide habe, die mir angeboten wird. Gibt es Erfahrungswerte mit der Überdünnung? Oder hat überhaupt schon jemand erfolgreich Jakobskraut bekämpft und kann mir Tipps geben?

Ich freue mich über jeden, der seine Erfahrungen an dieser Stelle teilt!

Viele Grüße!
Barbara


RE: Jakobkreuzkraut - Samira - 22.05.2019 13:48

Hallo Barbara,

JKK wächst überall, setzt sich auch gerne in kleine Kuhlen, ob Mager-oder Satte Weide. Das schlimme ist: die Schafe fressen es doch, insbesondere wenn es noch klein ist und noch die Rosettenform hat! Erst die großen Pflanzen stoßen angeblich einen unangenehmen Duft aus, sodaß es nicht gefressen wird.
Es gibt nur eines, aufmerksam über die Wiese gehen: immer ein Messer mit langer Klinge dabei haben (+ Handschuhe und Eimer o.ä. sind sinnvoll) und möglichst die ganze Pflanze mit ganzer Wurzel ausstechen + vernichten wie schon beschrieben.
Oftmals werden die kleinen JKK Pflanzen übersehen, die zumeist zu mehreren zusammen stehen.
Dabei sind sie an der Blattstruktur gut zu erkennen und auch an den lila farbenen Stielenden. Bei sommerlicher Trockenheit sind die JKK besonders auffällig, da ist es immer noch saftig grün.

Liebe Grüße
Samira


RE: Jakobkreuzkraut - Barbara H. - 25.05.2019 10:42

Liebe Samira, vielen Dank! Das ist ja vielleicht ein Elend. Ich hab mittlerweile auch realisiert, dass die Pflanze erst im zweiten Jahr blüht. Im ersten Jahr verbleibt sie im Rosettenstadium. Das macht es bei der Suche nach Exemplaren nicht leichter.


RE: Jakobkreuzkraut - Barbara H. - 09.06.2019 22:25

Danke Samira, auch wenn dein Beitrag schon länger her ist. Ich habe ihn gleich gelesen, aber zu antworten vergessen!