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Wollverlust - Karlotta - 17.05.2015 15:42

Hallo ihr Lieben,
leider hat meine Suche im Forum nichts ergeben, daher eröffne ich das neue Thema:
Meine Aue Gisela hat nach der Geburt ihres Lämmchens am Hals eine kahle Stelle bekommen, die mich aber nicht besorgte. Gestern beim Scheren haben wir bemerkt, dass ihre Wolle am ganzen Körper nur noch quasi an dünnen Fädchen hing. Als ob sich die Wolle am gnazen Körper abgelöst hätte. Sie sieht nun nicht wirklich geschoren, sondern eher wie ein Nacktmull aus Sad
Sie ist fit wie eh und jeh - sieht auch nicht unternährt oder krank aus. Milch hat sie genug - das Lämm wächst und gedeiht. Minerale stehen zur Verfügung, Durchfall hat sie keinen, alles eigentlich soweit gut...
Was kann das sein?
Ist so etwas hormonell bedingt oder hat sie Parasiten (entwurmt wurde sie im Herbst)
Über Antworten würde ich mich freuen Smile
Leider sieht man sie auf den Bildern nicht so gut [attachment=1053], aber auf dem Bild mit ihrem erwachsenen Sohn sieht man den Unterschied deutlich [attachment=1054]


RE: Wollverlust - Elisa - 18.05.2015 00:27

Hallo Karlotta,

wenn ein Schaf seine Wolle großflächig verliert ist das meist ein Anzeichen daß eine Krankheit/Schwäche vorhanden war oder auch noch ist.
Hatte sie eine Erkrankung ? Oder gab es Probleme bei der Geburt usw. ?

Da google mal ob du was findest unter:
Schaf krank Wollverlust

Ansonsten könnte es auch durch starken Befall mit Haarlingen kommen, aber den hätten die anderen dann auch zumindest etwas.
Haarlinge erkennt man auch bei den anderen daran: wenn man etwas an der Wolle zieht, dann fällt sie aus. Oder aber man sieht daß sie sich viel scheuern weil es juckt und an vielen Stellen dann die Wolle hängt.

Da hilft Butox nach dem Scheren. Aber nicht auf Verdacht geben und erkundigen ob es eine lammführende Aue bekommen darf.

Grüßel Elisa


RE: Wollverlust - Sylvestra - 18.05.2015 19:18

Ja, an Ektoparasiten wie Haarlinge o. Ä. dachte ich auch. Es kann durchaus sein, dass sie sich großflächig ausbreiten, weil man sie unter der dichten Wolle nicht bemerkt. Oft sieht man sie mit der Lupe gut. Und nicht zwingend muß der ganze Bestand betroffen sein, wir hatten einmal eine Ziege mit Haarlingen, der Rest war nicht betroffen. Diese allerdings war tatsächlich auch organisch geschwächt, so dass der Organismus den Parasiten nichts entgegen setzen konnte. Und diese (nur diese!) hatte bei der Blutuntersuchung ausgesprochene Mangelwerte, was zeigte, dass der gesamte Stoffwechsel gestört war.

Liebe Grüße

Sylvestra


RE: Wollverlust - Elisa - 18.05.2015 22:13

Ja, Sylvestra,

da hast Du natürlich Recht daß nicht immer der ganze Bestand dann von Haarlingen befallen sein muß.
Nur wenn der Befall so sehr stark ist, dann denke ich daß das eine oder andere Tier zumindest einen geringen Befall zeigen müsste ?

Ich hab mich eben nochmal belesen: Butox kann auch bei Schafen angewendet die ein Lamm säugen.

Für wichtig halte ich allerdings:
normale Dosis ist pro Schaf 10ml auf der Rückenlinie verteilt.
Diese Dosis gilt allerdings für Schaf mit ca. 100kg KGW

Ich hatte mich mal beim Hersteller erkundigt und er riet mir für z. Bsp. 30 kg Schaf nur ca. 5ml anzuwenden.

Grüßel Elisa


RE: Wollverlust - Anton Hornbläser - 19.05.2015 08:45

Mahlzeit!

Haarlinge und auch anderes Ungeziefer hätte der Scherer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bemerkt - eine Behandlung gegen Außenparasiten ist m.E. dennoch sinnvoll, da die Zeit nach der Schur schlicht der beste Zeitpunkt ist.

Nach einem Infekt mit Fieber kann ein Schaf auch schon mal seine Wolle abwerfen - ansonsten haben Ouessantschafe einen Hang zum natürlichen Wollwechsel - da muß nicht zwingend ein Problem vorliegen.

Gruß der hOrnbläser


RE: Wollverlust - Sylvestra - 19.05.2015 09:41

Interessant, wieder was gelernt!

Grüße

Sylvestra


RE: Wollverlust - Karlotta - 19.05.2015 13:02

Vielen Dank für Eure Hinweise und Tips!
Ich denke nicht, dass es Haarlinge waren, denn es war nichts zu entdecken (würde man da die Haarlinge nicht erkennen? Oder zumindest ihre Ausscheidungen?) und die Wolle hatte sich auch großflächig am ganzen Körper gelöst, nur die Oberschenkel un die Bauchregion waren nicht betroffen. Die Erklärung mit dem Stress oder Fieber schien mir einleuchtend zu sein - vielleicht war die Geburt doch anstrengender als ich dachte. Allerdings ist sie eine erfahrene Aue, die schon bei den Vorbesitzern Lämmer und nie Probleme hatte. Mit 5 Jahren ist sie ja auch nicht zu alt, oder?
Ich beobachte sie nun mit Argusaugen und kann an ihrem Verhalten nichts Verändertes bemerken - auch scheint die Wolle zaghaft nachzuwachsen. Muss ich mir denn Sorgen wegen Sonnenbrand machen? Sie haben ja Bäume, 2 Unterstände und momentan auch nicht zu heißes Wetter zur Verfügung... Kann ich ihr vielleicht etwas unterstützendes füttern?
Grüße
Karlotta