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Ouessant Geschichten - Mähschäfle - 11.10.2013 15:24

Hallo grüßt euch !

Vor einiger Zeit habe ich eine Aue verloren die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Ihre Geschichte möchte ich gerne hier verewigenSmile

Vor ca. drei Jahren kaufte ich mir eine kleine Herde Ouessants. Eine richtig nette Mähdels-Gemeinschaft. Alle sieben Tiere waren recht zahm der eine mehr die andere weniger. Darunter auch ich nenne sie mal das häsliche Entlein, Olive. Olive deshalb weil Ihr Bauch einwenig an eine Olive erinnerte. Uralt mit großen Glubschaugen..... Egal wo ich mich auf unserem Grundstück befand Olive war immer bei mir. Ein richtig treues Schäfchen.
Umso scheuer und wilder war Ihr erstes Lämmchen eine Aue.....
Was die mir Nerven kostete.....
Ende des Jahres wollte ich Olive nicht mehr decken lassen weil sie in einem schlechten Ernährungszustand war aufgrund Ihrer schlechten Zähne. (altersbedingt ca. 10 Jahre oder mehr). Im Winter habe ich sogar daran gedacht sie einschläfern zu lassen. Fast alle Zähne sind ihr letzten Winter rausgefallen. Hab sie immer wieder mit eingeweichten Graspellets zugefüttert. Gequetschten Hafer oder qequetschter Gerste gabs auch täglich.
Mit einem Lamm hätte ich bei Ihr garnicht mehr gerechnet... na ja lange Rede kurzer Sinn... sie überraschte mich mit einem wunderschönen lackschwarzen Auenlämmchen.
Als die Lämmer vier Wochen alt waren fuhr ich die Herde raus auf die grüne saftige Weide. Auch Olive und Ihr Lämmchen Olivia...Ich dachte es würde Ihr gut tun das frische grüne Gras... tat ihr auch gut....doch eines Tages als ich den Bauwagen auf unserer Ranch aufräumte hörte ich was ganz in der Nähe Mähen. Ich schaute raus, sah aber nichts. Mein Mann meinte nur ich wäre zu oft mit den Mähs zusammen ich höre sie schon obwohl sie nicht da sind Tongue
...nur da hat er sich getäuscht! Olive lief mit Ihrem Lamm den ganzen Weg nach Hause (sie kannte den Weg vom Vorjahr ca. 1,5 km eine Hauptstraße mussten sie auch noch überqueren)
Nach zwei Tagen Vollpension brachte ich die Beiden wieder zur Weide einen Tag später war Olive tod... neben Ihr das Lämmchen...
Ein trauriger AnblickSad Das Lamm nahm ich mit.
Olivia war da sieben Wochen Alt, wollte aber partout kein Schoppi und war total unglücklich. Nach einer Woche Zwangsurlaub bei uns brachte ich sie zu den anderen auf die Weide und ließ sie immer wieder bei einer anderen Aue trinken damit sie gescheite Milch bekam. Aber wie`s der Teufel wollte stand sie erneut bei uns an der Ranch... Sie lief den ganzen weiten Weg mit einem 14 Wochen alten Lammbock nach Hause. Komisches Verhalten für Schafe oder?

Menschlich gesehen würde ich behaupten: Die alte Aue hat gespürt, dass Ihre Zeit ablaufen wird und brachte Ihr Lämmchen ins sichere Zuhause. Das Lämmchen erinnerte sich an den Weg und suchte Ihre Mutter...????

Mein Fazit: Ouessants sind was ganz BesonderesWink

Vielleicht hat auch jemand eine schöne Geschichte zum teilen würde mich freuen...

Grüßle vom Mähschäfle




Olive im Feb. 2013
Unvergessen......


RE: Ouessant Geschichten - Ivyuna - 12.10.2013 13:40

Das ist echt eine rührende Geschichte, man merkt wie viel sie dir bedeuten.
Aber wie kommen sie denn raus? Ich würde sie wirklich besser sichern, irgendwann gehts dann doch nicht gut.
Man hat halt auch seine Herzensschafe Wink Danke fürs teil haben lassen.


RE: Ouessant Geschichten - Elisa - 12.10.2013 15:51

Mh, eine liebevolle Geschichte.....

Auch ich sehe immer wieder was für Seelchen Schafe sind.

Bei so viel liebevoller Pflege wird das Olivchen gut "heim" gekommen sein.

Grüßel Elisa


RE: Ouessant Geschichten - Mähschäfle - 14.10.2013 20:31

Grüßt euch :-)

...die Flüchtigen Schafe flohen durch ein Loch im Zaun welches ich nicht gleich gesehen habe, weil der Zaun an einer Stachelhecke grenzt. Das Loch habe ich einer Fuchsfamilie zu verdanken. Wenn die Batterie nicht mehr voll ist gehts nicht mehr lange bis die Fuchskinder damit spielen....
Problem ist behoben: Zaun geflickt, neue Batterie gekauft und ein besseres Weidezaungerät geholt. Dennoch passiert es immer wieder, dass Wildtiere meinen Zaun umrennen. Die Schafe blieben bis jetzt immer an Ihrem Platz. Sie fühlen sich halt sehr wohl in den Hecken.... Hoffentlich bleibt das so...

Grüßle vom Mähschäfle


RE: Ouessant Geschichten - Asherra - 15.10.2013 15:09

Süß Big Grin
So ein Paar reizende alte Damen hab ich hier auch rum laufen. Sie sind nicht wirklich kuschelig, aber zumindest eine klebt dann doch an mir, es könnte ja ein Leckerli geben. Das wird dann aber nicht wie von den anderen aus der Hand geschlabbert, daß hinterher alles trieft, sondern ganz manierlich mit spitzen Lippen entgegen genommen.
Die zwei alten Tanten sahen letztes Jahr so schlimm aus, ich dachte nicht, daß sie den Winter überleben. Dieses Jahr sind sie fett und zufrienden. Die laufen und laufen und laufen...

Ne kleine Zaun-Gruselgeschichte hätt ich: Der ganze Garten ist mit Maschendraht oder Wildzaun eingezäunt, meist so um die 1,20m. Eines der Lämmer war ständig bei den Nachbarn. Nicht, daß es die gestört hätte, die finden die Kleinen ja auch süß, aber wie kam die da hin? Eines Tages war's mir dann zu doof, und statt sie holen zu gehen, hab ich einfach nur die anderen gefüttert. "Was? Die bekommen alle Leckerchen und ich nicht?" das kleine Monster kam angewetzt... und sprang im Kopfsprung DURCH die oberen Maschen vom Wildzaun. Unten war zu eng, ganz drüber war zu hoch, also wie Löwe durch den Reifen, als wär's nix.
Ich hab dann alle in Bereiche im Garten mit engmaschigem Zaun gestellt, weil irgendwann wäre sie grade groß genug gewesen, um Füße, Kopf und Schulter noch durch den Zaun zu bekommen, aber die fette Wampe dann nicht mehr. Nicht gesund. Aber auch kleine, extrem hüpferige Schafe werden groß und ruhiger, jetzt hat sich das Problem erledigt.